48-Stunden-Neukölln

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Geschichte des Festivals

Foto: Ines Borchart

Am 16. Juni 1999 wurden die 48 Stunden Neukölln an 25 Spielorten mit 100 Veranstaltungen erstmals eröffnet. Sie gingen aus einer Idee des Kulturnetzwerks Neukölln hervor, welches sich 1995 als Reaktion auf massive Mittelkürzungen für Kultur formiert hat und sich als ein in Vereinsrecht gegossenes Prinzip der Solidarität begreift, was sich auch im Konzept und in der Organisation des Festivals widerspiegelt.

Das Festival war ursprünglich als einwöchige Leistungsschau der Neuköllner Kultur- und Kunstszene angedacht, wurde aber schon 1999 auf die namensgebenden 48 Stunden begrenzt. Genutzt wurde es in den Anfängen als Gegenpol zur medialen Vermittlung des Bezirks als sozial deklassierter, vernachlässigter, gewaltbestimmter Slum und wollte die Akteure des Bezirks in einen intensiven Austausch bringen. Bereits zu Beginn konnte sich das kulturelle Programm sehen lassen und belegte schon damals die Potenz und Bedeutung von Kultur in Neukölln.

Bis 2004 diente ein Straßenfest auf der Karl-Marx-Straße bzw. der Richardstraße als Rahmen, und das Festival war vorwiegend im soziokulturellen Umfeld angesiedelt, doch nun wurde das Kunst- und Kulturfestival vom Straßenfest abgetrennt. Daraus ergab sich eine stärkere Betonung der dezentralen Verteilung der Veranstaltungsorte. Zugleich wurde eine Verlagerung auf den Bereich der bildenden und performativen Künste beschlossen.

Im Laufe der Jahre stiegen die Beteiligungszahlen, sowie die Zahl der Spielorte enorm an. Begann alles 1999 mit 25 Orten, waren es zum fünfjährigen Bestehen des Festivals im Jahr 2004 bereits 64 Veranstalter. Zum zehnten Jubiläum im Jahr 2008 nahmen dann 165 Orte in Nord-Neukölln mit 350 Veranstaltungen und über 1000 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern offiziell am Festival teil. 2009 wuchs deren Zahl besonders deutlich an (270 Orte, 550 Veranstaltungen). Das zu erwartende weitere Wachstum für 2010 stellt für die Organisation eine erneute Herausforderung dar.